Zum Wettbewerb war der internationale Kompositionsnachwuchs eingeladen, den Trossinger Open Source-Guitars ein Werk in der variablen Besetzung 8-12 Gitarren (Konzertgitarre, E-Gitarre, 6-saitige Stahlsaitengitarre und/oder präparierte Gitarre) quasi auf den Leib zu schreiben. Auch der Einsatz von Live-Elektronik und/oder Zuspielungen waren zugelassen.
Am vergangenen Montag traf sich nun die Jury mit den Mitgliedern Prof. Elisabeth Gutjahr, Rektorin der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen, Sven Thomas Kiebler, Ensemble SurPlus Freiburg, Prof. Stephan Schmidt, Direktor der Musikakademie Basel und Thomas Schmölz, Organisator des Wettbewerbes und Projektleiter der Open Source Guitars. Zu Beginn der Jury-Sitzung war auch Wendelin Renn, Leiter der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen, dabei und zeigte sich hocherfreut über die große Anzahl der eingereichten Wettbewerbsbeiträge: „Unser kleiner Wettbewerb ist zum ‘europäischen Ereignis’ geworden“, sagte Renn, denn dass neben deutschen Künstlern auch Musiker aus England und Rumänien sich beteiligen, damit hätte er nicht gerechnet.
Die Jury sichtete dann hinter verschlossenen Türen alle eingegangenen Beiträge, hörte konzentriert die eingereichten Audiobeispiele und wählte nach ausführlicher Diskussion einstimmig den Sieger: Paul McGuire mit seiner Tondichtung ‘Marshes’ für sechs E-Gitarren, sechs Stahlsaiten-Gitarren und zwei E-Bässe. Der in London lebende irische Komponist kann sich nun neben dem Preisgeld von 3.000 Euro auf eine Einladung zu einem mehrtägigen Workshop mit dem Ensemble und der Uraufführung zum Ende der Ausstellung ‘Pablo Wendel – Performance Electrics’ am 21. April 2013, 16.00 Uhr, freuen.
Zur Preisbegründung schreibt die Jury: „Die Radikalität seiner kompositorischen Idee und deren handwerklich sorgfältige als auch konsequente Umsetzung in die musikalische Faktur seines mikrotonal angelegten Stückes verweisen auf eine ausgeprägte künstlerische Eigenständigkeit“. Paul McGuire promoviert derzeit an der renommierten Brunel University in London. Dabei wird er betreut von der ebenfalls aus Irland stammenden Komponistin Jennifer Walshe und dem britischen Komponisten Christopher Fox.
Neben dem Preisträger Paul McGuire bestimmte die Jury zudem eine „anerkennende Erwähnung“ für die Komposition ‘three systems’ des aus Norden (Ostfriesland) stammenden Komponisten und Musikpädagogen Hauke Piper.