WÄSCHEKLAMMERN UND NYLONSAITEN
Der experimentierfreudige Gitarrist Maurizio Grandinetti zu Besuch bei „Open Source Guitars“.

Von Robert Menczel, OSG

Holzstäbchen, Alufolie, Radiergummis – alles Dinge die man nicht an einer Gitarre vermuten würde. Doch Maurizio Grandinetti nimmt ebensolche und weitere alltägliche Gegenstände, steckt sie zwischen und wickelt sie um die Saiten klassischer Konzertgitarren und erreicht es so das Klangspektrum des Instrumentes um ein Vielfaches zu erweitern. Der renommierte aus Italien stammende Gitarrist hat sich ein Wochenende Zeit genommen und gab uns von OSG eine Einführung in diese spezielle Technik.

In zwei intensiven Tagen lernten wir so die Chancen, Feinheiten und Schwierigkeiten dieser Präparationen kennen. Eine wichtige Erkenntnis für uns war dabei, dass man in allen Bereichen des Alltags nützliche Mittel zur Klangfärbung und -verfremdung finden kann. Auch mit Miniatur-Wäscheklammern lässt sich der Klang der Gitarre um verschiedenste Farben von warmen Glockentönen bis zu trockenen perkussiven Effekten bereichern. Es ist jedoch Vorsicht geboten – für eine Präparation, die sowohl klanglich sinnvoll als auch praktikabel sein soll, bedarf es viel Fingerspitzengefühls und eines aufmerksamen Gehöres.

Zweiter Schwerpunkt des Workshops war die Einbettung dieser neuartigen Klänge in den Ensemblekörper der OSG. In freier Improvisation und bei der Interpretation von Werken Frederic Rzewskis haben wir eine schlüssige Melange aus klassischen und präparierten Klängen zu erreichen versucht. Grandinetti konnte uns hierbei entscheidende Denkanstöße geben, die es uns möglich machen werden, das Gelernte auch in zukünftige Arrangements und Klanginstallationen zu integrieren.

Kurzum, wir hatten eine gelungene und inspirierende Zeit.

Vielen Dank dafür, Maurizio Grandinetti!